
Du stehst vor dem Kauf deines neuen Autos – oder vielleicht hast du gerade einen Gebrauchtwagen vom Freund oder Händler geholt. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt kommt der wichtige Teil: Das Auto muss versichert werden. Die wichtigste Information, die du für die Zulassungsstelle brauchst, ist die EVB-Nummer. Diese Anmeldung klingt oft kompliziert, und du fragst dich: „Auto bei Versicherung anmelden, welche Daten brauche ich überhaupt?“ Keine Sorge, diese Unsicherheit kennen fast alle. Ich erkläre dir jetzt ganz ruhig und Schritt für Schritt, was du brauchst und wie du diesen bürokratischen Haken einfach abhaken kannst. Es ist einfacher, als du denkst, wenn du die nötigen Unterlagen zur Hand hast.
Der erste Schritt: Warum braucht die Versicherung so viele Informationen?
Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz verstehen, warum deine Versicherung all diese Daten abfragt. Die Kfz-Versicherung kalkuliert dein individuelles Risiko. Je genauer sie weiß, wer du bist, wie alt das Auto ist und wie oft du es fährst, desto fairer kann sie deinen Beitrag berechnen. Es geht darum, eine faire Prämie für dich zu finden und gleichzeitig sicherzustellen, dass im Schadensfall alles glattläuft. Wenn du dein Auto bei der Versicherung anmelden möchtest, musst du also einige wesentliche Informationen bereithalten. Nimm dir einen Moment Zeit, schnapp dir die Papiere, und dann legen wir los.
Die wichtigsten Dokumente und Daten, die du für die Anmeldung brauchst
Um dein Fahrzeug offiziell bei der Versicherung anzumelden, brauchst du eine Mischung aus persönlichen Angaben und Fahrzeugdaten. Diese Informationen liegen meistens in zwei Hauptdokumenten vor: dem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und dem Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II).
Deine persönlichen Daten als Fahrzeughalter
Die Versicherung muss wissen, wer du bist und wer das Auto am häufigsten bewegen wird. Das ist wichtig für die Einstufung deiner Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse).
- Dein vollständiger Name und deine aktuelle Anschrift.
- Dein Geburtsdatum (wichtig für die Risikobewertung).
- Deine aktuelle Fahrerlaubnisnummer oder das Datum, seit wann du den Führerschein besitzt.
- Deine Versicherungsnummer bei der aktuellen oder vorherigen Versicherung, falls du bereits eine Kfz-Police hattest. Wenn es dein erstes Auto ist, entfällt dieser Punkt meistens.
Die Fahrzeugidentifikation: Die Schlüsselnummern

Das Herzstück der Anmeldung sind die Daten, die das Auto eindeutig identifizieren. Ohne diese Nummern geht es nicht, denn die Zulassungsstelle braucht sie, um die Versicherung zu bestätigen, bevor sie das Auto zulässt (oder ummeldet).
- Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN): Diese 17-stellige Nummer ist quasi der Fingerabdruck deines Autos. Du findest sie in beiden Teilen der Zulassungsbescheinigung und oft auch auf der Windschutzscheibe.
- Die Typ-Schlüsselnummer (HSN): Diese Nummer ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Punkt 2.1 eingetragen. Sie beschreibt genau, um welches Modell es sich handelt.
- Die Hersteller-Schlüsselnummer (TSN): Diese Nummer steht meist unter Punkt 2.2 in deinen Papieren. HSN und TSN zusammen sagen der Versicherung präzise, welche Motorisierung und Ausstattung dein Auto hat.
Um die Zulassung deines Fahrzeugs abzuschließen, benötigst du die Elektronische Versicherungsbestätigung (EVB), deren Beantragung hier detailliert erklärt wird.
VIDEO: Auto an- und abmelden | HowTo mit JP Kraemer | ADAC
Wichtige Links
Erkunde diese relevanten Quellen, um dein Wissen über Auto bei Versicherung anmelden: Welche Daten sind nötig? zu erweitern.
- Auto abmelden und anmelden: So geht's richtig
- Internetbasierte Fahrzeugzulassung: So funktioniert „i-Kfz“ – BMV
Details zum Fahrzeug und zur Nutzung
Neben den reinen Identifikationsnummern möchte die Versicherung wissen, wie du das Auto nutzen wirst. Das beeinflusst den Preis enorm.
- Amtliches Kennzeichen: Wenn das Auto bereits zugelassen ist, brauchst du das aktuelle Kennzeichen. Ist es neu, gibst du an, dass eine Erstzulassung erfolgt.
- Kilometerstand (aktuell): Ein Schätzwert genügt oft bei der ersten Anfrage, aber für die finale Police ist der genaue Stand beim Wechsel wichtig.
- Jährliche Fahrleistung: Wie viele Kilometer fährst du ungefähr pro Jahr? 10.000 km sind ein gängiger Richtwert, aber sei hier ehrlich. Zu wenig angeben kann später Probleme machen.
- Nutzungsart: Ist das Auto für Privatfahrten gedacht? Oder benötigst du eine Nutzung für den Weg zur Arbeit (Pendler)? Oder vielleicht gewerblich? Privat ist am günstigsten.
- Garagenstellplatz: Parkst du das Auto nachts in einer Garage oder steht es auf der Straße? Das ist ein Sicherheitsfaktor.
Die Versicherungsart wählen: Was muss ich noch entscheiden?
Wenn du die Daten gesammelt hast, musst du dich noch für die richtige Art der Absicherung entscheiden. In Deutschland gilt die gesetzliche Pflicht zur Kfz-Haftpflichtversicherung. Ohne diesen Nachweis lässt die Zulassungsstelle dein Auto nicht zu. Du stehst vor der Wahl zwischen diesen drei Hauptvarianten:
Haftpflichtversicherung (Pflicht)
Diese deckt Schäden ab, die du anderen mit deinem Auto zufügst – Sachschäden, Personenschäden. Sie ist absolut notwendig.
Teilkaskoversicherung (Empfohlen bei neueren Autos)
Sie deckt zusätzlich Schäden am eigenen Auto ab, zum Beispiel durch Diebstahl, Glasbruch, Hagel oder Zusammenstöße mit Haarwild (Rehe, Wildschweine).
Vollkaskoversicherung (Meist bei Neuwagen oder hohen Werten)
Sie beinhaltet Teilkasko und zahlt zusätzlich Schäden am eigenen Fahrzeug, die du selbst verschuldet hast, sowie Vandalismus-Schäden.
Überlege dir, wie alt das Auto ist und wie viel es noch wert ist. Bei einem sehr alten Wagen lohnt sich Vollkasko oft nicht mehr, da die Reparaturkosten die Leistung übersteigen können. Bei einem Neuwagen solltest du sie aber unbedingt in Betracht ziehen.
Der Prozess: Auto bei Versicherung anmelden – Schritt für Schritt
Du hast alle Daten und weißt, welche Deckung du brauchst. Jetzt folgt die eigentliche Anmeldung. Das ist heute fast immer digital möglich, was dir viel Zeit spart.
- Angebote vergleichen: Nutze Vergleichsportale oder gehe direkt auf die Seiten verschiedener Versicherer. Gib dort alle Daten ein, die du gesammelt hast. Sei hierbei sehr präzise, besonders bei der erwarteten Jahresfahrleistung.
- Die eVB-Nummer erhalten: Sobald du dich für einen Tarif entschieden hast, schickt dir die Versicherung sofort die elektronische Versicherungsbestätigung – die sogenannte eVB-Nummer. Das ist ein siebenstelliger Code. Merke dir diesen Code gut, denn ohne ihn geht es nicht weiter.
- Zulassung bei der Behörde: Mit dem Fahrzeugschein, dem Fahrzeugbrief, deinem Personalausweis und der lebenswichtigen eVB-Nummer gehst du zur Kfz-Zulassungsstelle. Du meldest das Auto an oder um.
- Finale Bestätigung: Nachdem die Zulassungsstelle die eVB-Nummer elektronisch geprüft und bestätigt hat, erhältst du deine neuen Kennzeichen. Dein Versicherungsvertrag wird damit rechtskräftig. Die Versicherung schickt dir anschließend alle Unterlagen per Post zu.
Wann brauche ich die alten Versicherungsdaten? Die SF-Klasse
Einer der größten Unsicherheitsfaktoren beim Auto bei Versicherung anmelden ist oft die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Wenn du von deinem alten Auto auf das neue wechselst, nimmst du deine bisherige SF-Klasse mit. Das spart dir viel Geld. Du musst deiner neuen Versicherung mitteilen, bei welcher alten Gesellschaft du wie lange unfallfrei gefahren bist. Wenn du das Auto gerade erst kaufst und noch keine Versicherung hattest (z.B. als Fahranfänger), startest du meistens in der niedrigen SF-Klasse 0 oder S. Das ist normal, aber teurer.
Was tun, wenn ich das Auto sofort brauche?
Du hast das Auto heute gekauft und musst es morgen zur Arbeit fahren. Geht das? Ja. Der Schlüssel ist die eVB-Nummer. Sobald der Versicherer dir diese elektronische Bestätigung ausstellt, ist dein Fahrzeug versichert – zumindest für die Zulassung und die erste Fahrt. Du musst nicht warten, bis der dicke Brief der Versicherung im Briefkasten liegt. Viele Versicherer schicken die eVB-Nummer sofort per SMS oder E-Mail, nachdem du den Antrag online gestellt hast. Damit kannst du direkt zur Zulassungsstelle fahren und das Fahrzeug zulassen.
Was passiert, wenn ich ein Auto anmelde, das abgemeldet ist?
Wenn du ein gebrauchtes Fahrzeug kaufst, das noch angemeldet ist, läuft die Abmeldung über dich. Du benötigst die kompletten Fahrzeugpapiere und die eVB-Nummer für die Ummeldung. Kaufst du ein Auto, das bereits abgemeldet ist (oft der Fall bei Privatverkäufen von weiter entfernten Orten), musst du es anmelden, um es fahren zu dürfen. Der Prozess ist identisch: Du benötigst die alte Zulassungsbescheinigung Teil II (Brief) und Teil I (Schein), die FIN und natürlich deine neue eVB-Nummer. Du meldest es dann als „Neu“ an.
Häufige Fragen
- Brauche ich den fahrzeugbrief für die anmeldung?
- Ja, unbedingt. Der Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) beweist, dass du der Eigentümer des Autos bist. Ohne diesen Nachweis kann die Zulassungsstelle dein Auto nicht auf deinen Namen registrieren. Hebe diesen Brief immer sicher auf, er ist das wichtigste Dokument neben dem Schein.
- Was passiert mit der alten versicherung, wenn ich wechsle?
- Wenn du bei einem Wechsel die eVB-Nummer für die Neuanmeldung nutzt, wird die alte Versicherung automatisch informiert, dass das Auto verkauft oder abgemeldet wurde. Du musst deinen alten Vertrag meist kündigen oder ihn informieren, dass das Fahrzeug verkauft wurde. Die alte Gesellschaft stellt dir dann eine Bestätigung über die beendete Versicherung aus, was für die korrekte Übernahme deiner SF-Klasse wichtig ist.
- Kann ich ein auto auf jemand anderen anmelden?
- Theoretisch ja, aber es ist kompliziert und oft nicht sinnvoll. Das Auto muss auf denjenigen zugelassen werden, der das wirtschaftliche Interesse am Fahrzeug hat. Wenn du das Auto für deinen Partner zulässt, aber die Fahrten hauptsächlich selbst unternimmst, kann es zu Problemen bei der Schadenregulierung kommen. Die Versicherungseinstufung orientiert sich oft am Hauptfahrer, nicht nur am Halter.